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Neapel und Umgebung

Ein kurzer Überblick Über die Geschichte Neapels

Die Bewohner der nahegelegenen griechischen Stadt Cumae (Kyme) gründeten im VI. Jhrh. v. C. auf der Erhebung des Pizzofalcone einen Ort namens Parthenope. Diese Ansiedlung wurde im Laufe der Jahrzehnte erweitert und erhielt den Namen Neapolis (neue Stadt) als Gegensatz zur Paleopolis, der alten Stadt Cumae. Im III. Jhrh. v. C. kam Neapolis zum römischen Weltreich, wenn wohl die Sitten und Gebräuche über viele Jahrhunderte griechisch geprägt blieben. Lange Jahre lebte der römische Dichter Vergil (70 – 19 v. C.) in Neapolis und wurde in dieser Stadt auch begraben. Der letzte Kaiser des weströmischen Reiches, Romulus Augustulus (460 – 511 n. C.) wurde aus Rom nach Neapolis verbannt. Im Mittelalter gehörte das heutige Neapel zunächst dem byzantinischen Reich an, bevor es zum Herzogtum wurde. Die Stadt trieb regen Handel mit den Seerepubliken Pisa, Genua und Venedig und zumal mit dem nahegelegenen Amalfi. Gemeinsam mit den Flotten von Gaeta und Amalfi konnte die Flotte von Neapel im Jahre 846 bei Ostia die Sarazenen zu schlagen.

Auch in den darauf folgenden Jahrhunderten dauerte die wechselvolle Geschichte der Stadt Neapel an: 1139 gelangte Neapel unter die Herrschaft der Normannen und später der Staufer und ihrem Herrscher Friedrich II. Unter dem Haus Anjou kam Neapel zum Königreich Süditalien-Sizilien, unter dessen Herrschaft es die folgenden Jahrhunderte verbleiben sollte, wenn sich auch die Machthaber abwechselten: Auf die Anjou folgten im 15. Jahrhundert die Aragoneser; später unterstand die Stadt am Golf Karl V. von Habsburg. Bis 1707 blieb Neapel mit der spanischen Krone im Bunde. Nach einer kurzen Zeit einer Verbindung mit Österreich wurde die Stadt am Vesuv im Jahre 1734 dem autonomen Königreich der Bourbonen zugeschlagen. Besonders die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts brachte Neapel Glanz und Ruhm für das Bürgertum und die Kultur gleichermaßen ein. Während in Frankreich die französische Revolution bereits ihren Einfluss auf das Weltgeschehen genommen hatte, bestimmten in Italiens Süden 1799 zunächst die nur fünf Monate währende Ära der Parthenopeischen Republik die Geschicke der Stadt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts setzten die Franzosen zunächst Giuseppe Bonaparte (Bruder des weitaus berühmteren Napoleone Bonaparte) und später Gioacchino Murat auf den Thron. Mit der Niederlage Napoleons 1815 kehrten die Bourbonen in die Stadt zurück und regierten dort bis 1860, bis der Zug der Tausend unter Giuseppe Garibaldi das Ende des „Königreichs der beiden Sizilien“ einläutete.

Zwar hatte damit Neapel seinen Rang einer Hauptstadt verloren, doch ist seither die Entwicklung der Stadt niemals zum Stillstand gekommen – trotz aller Schwierigkeiten, mit denen der Süden Italiens historisch zu kämpfen hatte und auch heute noch fertig werden muss.